Ich frage mich schon seit einiger Zeit was es mit der
Freiheit auf sich hat, warum es uns Menschen zwar erlaubt ist sie uns
vorzustellen, zu idealisieren und daran zu glauben, aber warum es nur den
wenigsten gelingt sie zu leben. Zunächst, was ist Freiheit?
Freiheit sollte jenes Element im Leben sein welches einem Individuum erlaubt
völlig unabhängige Entscheidungen zu treffen. Ungeachtet dessen Folgen, bzw. deren
Auswirkungen zu berücksichtigen. Jene Auffassung von Freiheit die ich hier anführe, ist selbstredend
die meine persönliche, und ich erachte sie als einem Jeden von Geburt an gegebenes Gut (Natürlich, so wie Glück und die bedingungslose Liebe Gottes). Denn ausnahmslos Jeder (klar) hat stets die Möglichkeit in seinem Leben
eine freie Entscheidung zu treffen (aber sicher doch). Auch wenn es nur um den Sprung vom fünften Stock
geht (Na das wär doch mal was). Doch immer wieder, verhält es sich mit der Freiheit so, dass man sie
Stück für Stück abgibt. Das kann auf vielerlei Arten geschehen, sei es nun im Rahmen
einer gewerbsmäßigen Tätigkeit in der man nach und nach seine Freiheit verkauft
in Erhalt von materiellen Sicherheiten oder in Bezug auf zwischenmenschlichen
Beziehungen wie in etwa die zu dem anderen Geschlecht. Um darauf näher
einzugehen, bedarf es eines Beispiels.
Der Mensch ist von Geburt an frei sagte ich? Das
stimmt nicht, er ist nämlich ein armseliges Würstchen das sich bis zu einer
gewissen Geistesreife von seinen Eltern durchfüttern lassen muss, welcher er
damit ihrer Freiheit beraubt. Doch ist dies nicht von ihm verschuldet, also
kann das Würstchen nichts dafür, war es doch der elterliche Trieb welcher ihm
dies leidige Schicksal bescherte. Durch diese Schuld, die er weder jemals
begleichen könnte noch dafür verantwortlich gemacht werden darf, wird ihm
angerechnet. Man stelle sich eine Rechnung vor, deren Betrag in Zeit angegeben
wird. Diese Schuldenlast erdrückt den kreativen Wurm bis er von dannen seine
sieben Sachen packt und sich von der Brust seiner Mutter löst und sein
trauriges Dasein selbst in die Hand nimmt. Von diesem Moment an bis zu dem
Augenblick in dem er erkennt dass die Welt kein Mitleid mit ihm hat, ist er
frei. Das war es dann aber auch schon. Er beginnt dieselben Fehler zu machen
wie seine Erzeuger. Es ist ein Kreislauf des Erbrechens, welchen wir als
westliche Kultur bezeichnen. Diese größte Errungenschaft der Menschheit im
Laufe der letzten zehntausend Jahre, ist selbstredend das Maß aller Dinge.
Charles Darwin würde sich im Sarg die Pulsadern aufschlitzen wenn er nicht
schon in seiner eigenen Kotze erstickt wäre. Kein Mensch, der in der westlichen
Welt aufwächst, einen vernünftigen Denkapparat besitzt und zudem noch ein
gewisses Maß an Bodenständigkeit besitzt ist wirklich davon überzeugt, dass
dieses Modell funktionieren kann. Davon abgesehen glaube ich kaum, dass
Menschen die diesen Kotzkreislauf anstreben dasselbe noch tun würden, hätten
sie eben diese Einsichten. Freiheit, ist in einem solchen System niemals
möglich. Allein deshalb nicht, da der Motor mit eben dieser Motivation
angetrieben wird. Es ist im Grunde wie die Karotte vor dem Esel. Er denkt
tatsächlich er würde sie jemals essen können. Das denkt er so lange bis er den
Trick durchschaut oder er verreckt, ohne jemals Erkenntnis über diese Illusion
zu erlangen. Nein, Freiheit ist nicht einem Menschen von Natur aus gegeben,
noch ist sie gottgewollt oder liegt auf der Straße. Freiheit ist ein hartes
Stück Arbeit, welche nicht Schweiß erfordert, Geld oder sonstigen Schwachsinn,
nein, es ist vonnöten sie durch geistige
Errungenschaften nach und nach im Chaos des eigenen Ichs zu finden. Es ist
nicht wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, nein es ist vielmehr der
aktive Widerstand zum dargebotenen Modell. Im Klartext; Der Esel der stehen
bleibt, sich die Karotte ansieht und mit Freuden darauf spuckt und sie
anschließend abschüttelt. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann ich behaupten,
dass die meisten Menschen diese Lüge nie erkennen werden, noch aus diesem
traurigen Dasein erlöst werden wollen. Es ist ein Akt der Bequemlichkeit, der Wunsch
nach geistiger Ruhe und allem voran die dem Menschen tatsächlich angeborene
hohe Kunst der Ignoranz. Die Entscheidung, niemals eine treffen zu wollen, ohne
je zu wissen diese irgendwann getroffen zu haben. Menschen die diese Ignoranz
als Freiheit verkaufen, darf man gerne suchen, sie wohnen in großen Glashäusern
oder reden vom Finden der eigenen Seele. Manchmal tragen sie Krawatten,
manchmal schlichtweg gar nichts außer einem Schamtuch um die Hüfte. So oder so,
es sind Idioten die aus ihrer Ignoranz Kult machen, und vor lauter ignoranter
Idioten natürlich Erfolg damit haben. So verkörpern sie stets den Beweis für
den Erfolg irgendeines Modells. Ganz ehrlich, drauf geschissen. Es gibt nicht
ein Modell, dass einem Individuum Freiheit beschert, nicht eines.
Der einzige Weg zur persönlichen Freiheit ist der Weg zu sich selbst. Es gibt
keinen anderen. Und um mir nicht Honig ums Maul zu schmieren, ich kenne ihn
gleich wenig wie irgendein Banker oder Möchtegern-Buddha. Ihn kennt niemand.
Deshalb macht es wenig Sinn ihn irgendwo zu suchen… Die Suche danach ist die
oben beschriebene Ignoranz des Faktums, dass es so etwas wie Freiheit irgendwo
gibt. Erst dann ist man frei. Bis zu dem Punkt, an dem man denkt man ist es,
denn dann ignoriert man, dass es so etwas wie Freiheit nicht gibt. Das ist das
Problem menschlichen Denkens. Der Mensch ist seit jeher wie ein Irrer auf der
Suche nach Medikamenten. Auch wenn er sie jemals findet, er wird irre bleiben,
denn Medikamente können ihm nicht helfen, sie können bestenfalls die Situation
erträglicher machen.
An manchen Tagen, kommt es einem so vor, als ob man die Freiheit spüren könnte,
man will zuschnappen. Und fällt hin, denn der Esel vergisst vor lauter Karotte
im Kopf, den holprigen Boden zu Beachten. Man sollte einsehen, dass es irrelevant
ist ob man sich selbst für ein Pferd hält oder eben für einen Pandabär. Denn so
oder so, wenn man nicht bereit ist seinem Dasein ein Ende zu setzen, sollte
einem klar sein, dass man bloß nicht die Eier dazu hat. Die wenigen seligen
sind ernsthaft zu bewundern, sie haben es tatsächlich geschafft. Und vermutlich
erwartet sie nicht höllisches Gelächter und Todesqualen, sondern der Club der
Selbstmörder die in der ersten Reihe der Uraufführung der Tragödie Mensch stehen
und sich vor lauter Lachen nicht mehr einkriegen können. Und so lange ihre ach
so unsterbliche Seele keine Ruhe findet, werden sie sich auch weiterhin über
alles menschliche Dasein lachen. Welch grausam Schicksal sie erleiden! Oh weh,
mir wird ganz bange. Nicht, dass ich hiermit zum Massensuizid aufrufe, nein,
ich lasse mich bloß nicht mehr auslachen. Ich erhebe meinen Mittelfinger gegen
die Ignoranz, stoße die Illusion von trauter Zweisamkeit von der Bettkante und
beende das Flehen um Mitleid. Die wenigen Menschen die Freiheit wahrhaftig
leben, sind jene die aufhören daran zu glauben und sie sich damit diese Freiheit
Nehmen. Zwar wird die Karotte stets den Horizont zu einem gewissen Teil
verdecken, jedoch kann sie kaum das Gesamtbild in der Art trüben, wie es der
eigene Geist in der Lage ist zu verdecken…